Dienstag, 30. September 2008

Aktueller Stand der Dinge um die "Rettung" der Hypo Real Estate: Im schlimmsten Fall müssen die Steuerzahler für bis zu 26,6 Milliarden Euro geradestehen, die Bankenbranche für rund 8,4 Milliarden Euro.
Eine kleine Rechnerei:
Monatlicher Höchstsatz Hart IV (inkl. Miete+Nebenkosten): 651 €
Jährlicher Höchstsatz: 651 € x 12 = 7.812 €
26.600.000.000 € / 7.812 € = 3.405.018
Sprich: Mit der an die Bank ggf. zu verschenkenden Kohle könnte der Bund über 3,4 Millionen Hartzis ein Jahr lang unterstützen (bzw. dann eben nicht mehr) - oder, andere Rechnung, jeder der ca. 82 Millionen Bundesbürger bürgt mit etwa 323,60 € für diese Scheiß-Banker.
Und das ist ja bestimmt auch erst der Anfang - vom Ende?

Nachtrag: Man könnte natürlich auch mal - horribile dictu - ein paar Superleichen wie z.B. den Aldi-Brüdern - Vermögen laut Forbes 27.000.000.000 $ (Süd) und 23.000.000.000 $ (Nord) - in die Tasche langen... aber wir leben ja nicht im Sozialismus.

Montag, 29. September 2008

Ein echter Ösi (von der FPÖ)...... und seine KarikaturWenn man sieht, was sich die Ösis da gestern wieder zusammengewählt haben, muss man ja doch sehr froh sein über die Kleindeutsche Lösung - so einen Dreck schaffen ja nicht mal die (auch gestern an die Urne gebetenen) Bayern.
Mal ehrlich, gesetzt den Fall, in Dütschland würde die NPD 18 Prozent der Wählerstimmen kriegen und die REPs auch nochmal elf (oder umgekehrt, egal) - da stünde einer endgültigen Auswanderung ja wohl nix mehr im Wege?!
Bliebe bloß die Frage, wohin - na jedenfalls nicht ins Ösireich...

Donnerstag, 25. September 2008

Das gerngelesene Gedicht, heute von Robert Gernhardt (†):

Kleine Erlebnisse großer Männer: Kant

Gutes BuchEines Tages geschah es Kant,
daß er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund -
und er schwieg nicht ohne Grund:

Ihm fiel absolut nichts ein,
drum ließ er das Sprechen sein.

Erst als man zum Essen rief,
wurd' er wieder kreativ,

und er sprach die schönen Worte:
"Gibt es hinterher noch Torte?"

Wenn die Trennhilfe neue Worte gebiert:
die Met-hoden [pl.]: Vorläufer von => Biernüssen,
=> Schnapseiern und => Weinbrandpralinen

Mittwoch, 24. September 2008

Für Freunde des etwas derberen Humors, die den Hip-Hop-Baby-Kick schon kennen - wie sieht´s denn hiermit aus?

Alter EgoSapperlot! Wie man da so manchmal vom Hölzken aufs Stöxken kütt beim frühmorgendlichen Wikipeditieren - als ich eben wie gewohnt meine Zeitung aus dem Treppenhaus holen wollte und zu meiner Bestürzung feststellen musste, dass ich offenbar vergessen hatte, mein übliches 14-Tage-Gratisabo unter wechselnden Phantasienamen zu verlängern, begab ich mich flugs online, um den Nachrichten-Entzugserscheinungen vorzubeugen; und was konnte ich da auf der Wikipedia-Startseite lesen? Am 24. September 768 (auch schon ein feistes Weilchen her) kam Pippin der Kurze ums Leben, seines Zeichens fränkischer Hausmeier (nicht etwa "Truchsess" - mein persönliches Lieblingsamt nach "Mundschenk") und Inhaber eines sehr lustigen Namens, der mich spontan (und fälschlicherweise) an Hergés Tim und Struppi erinnerte; es stellte sich aber immerhin heraus, dass der unsägliche Rolf Kauka (verbrach u.a. den peinlichen Disney-Abklatsch "Fix & Foxi" und die deutschnationale Asterix-Übersetzung "Siggi und Babarras") ein läppisches und zum Glück kurzlebiges Comic namens Pippin verantwortete; die weitere ziellose Recherche ergab, dass es im Umkreis der Pippiniden (hihi) auch einen Merowingerkönig Dagobert gab, was mir sogleich mein großes Idol Donald Duck vors geistige Auge rief...
Nicht verschwiegen werden soll hier aber, dass außer dem verabscheuungswürdigen Rolf Kauka auch die Helden meiner Jugend Hergé (man vergleiche nur die antikommunistischen und rassistischen Machwerke "Tim bei den Sowjets" und "Tim im Kongo") und Walt Disney (war u.a. mit dem notorischen Antisemiten Charles Lindbergh im "America First Committee" und hat in den 50ern fleißig angebliche Antiamerikaner unter seinen Kollegen und Untergebenen an den McCarthy-Ausschuss verpetzt) zumindest zeitweise ziemlich miese rechtsradikale Arschgeigen waren!
Dagegen dürfen die seinerzeit nicht ganz so verehrten, aber durchaus wohlgelittenen Jugendkulturschaffenden Astrid Lindgren ("Pippi Langstrumpf") und Marius Müller-Westernhagen ("Pipi ist kein Name - und auch kein Getränk") zu den eher linksliberalen Zeitgenossen gerechnet werden.

Montag, 22. September 2008

Gut, dass es sie gibt!Gerade habe ich das außerordentliche Vergnügen, bei Phoenix "Unter den Linden" die unvergleichliche Sahra Wagenknecht mitdebattieren zu sehen; und weil die sympathische Halbiranerin m.E. nicht nur die intelligenteste, sondern auch mit weitem Abstand hübscheste Politikerin im Lande ist, erlaube ich mir, hier ein paar tief nachempfundene Liedzeilen des sehr zu lobenden Liedermachers cARSCHti (war auch schon mal im Solaris) zu zitieren und hoffe, das wird mir nicht als Sexismus ausgelegt, sondern als das, was es ist - nämlich eine Liebeserklärung:
Mir Sahra Wagenknecht nackt vorzustellen
Sie gedanklich aus ihren Klamotten zu pellen
Sie vor meinem inneren Auge entblößen
Ist fast so erregend wie Marx-Engels zu lesen
Und wenn ich mich schäme und vor ihr erröte
Sie als neue Rosa Luxemburg anbete
Was ich zu Politik dann noch sagen kann
Ist: Sahra törnt mich an

Das Lied ("Du musst sie Dir nur einmal nackt vorstellen") gibt es leider nicht bei YouTube, aber als Download - hier.
Und natürlich (Vorwärts! Und) nicht vergessen:
      Это есть наш последний
      И решительный бой,
      С Интернационалом
      Воспрянет род людской!

Eisbärbabyhysterie reloaded? Nachdem Knut, im Frühling 2007 absoluter Superstar, dem Knuddelalter glücklich entwachsen ist, und auch 2008-Nachfolgerin Flocke offenbar ihre besten Merchandising-Tage hinter sich hat, droht nun eine neue Kitschwelle: Knuts Ex-Pfleger Thomas Dörflein wurde heute mittag tot aufgefunden - eine Spätfolge der Knut-Mania womöglich?
Bemerkens- und auch bedenkenswert jedenfalls, dass alle drei ihren eigenen Wikipedia-Eintrag haben... und wer sich traut, "Knut" mal bei YouTube einzugeben, findet sich einer Unzahl von Knut-Songs (vom Techno bis zur Holland-Polka) ausgeliefert.
Also, auch wenn der jüngst Verblichene nichts für den ganzen Kappes konnte: hier eine kleine Erinnerung an den wohl beknacktesten Medienhype überhaupt.

In Ermangelung eines ausdrucksstarken Bildes: Christoph Maria Herbst alias StrombergJetzt steht es auch im Kalender: heut beginnt der Herbst - und das Wintersemester an der Fachhochschule, und die Sanierung der "sich derzeit in einem katastrophalen Zustand befindliche[n] hofseitige[n] Auss[sic!]enanlage" hinter meiner Loggia (durch das hier zitierte Anschreiben der "Objekt[=Haus]verwaltung" habe ich jetzt immerhin erfahren, wie dieses seltsame Mittelding zwischen Terrasse und Erdgeschossbalkon offiziell benamst ist) - sprich: eine Fachfirma wird anrücken und wahrscheinlich unter unbeschreiblichem Getöse alles dort Grünende bzw. jetzt auch schon Welkende gnadenlos plattmachen, mir dabei schamlos ins dann seinem Zweck entfremdete Schlafzimmer linsen, und später dann die entstandene Brache mit "kleinbleibenden Bodendeckern" bepflanzen...
Grund genug, der unausweichlichen Depression darüber im besonderen und der Schlechtigkeit der Welt im allgemeinen einen sogenannten Herbstspruch zu widmen - allein schon, um dem linguistischen Kuriosum zu huldigen, dass in diesem Wort sowohl orthographisch als auch phonetisch, also sage und schreibe, sieben(!) Konsonanten aufeinander folgen, was so eine Art Weltrekord darstellt - nun denn, hier der gute alte Dieter Hildebrandt aus seinem Schlesischen Jahreszeiten-Zyklus:
Wenn Du und das Laub wird älter
Und du merkst, die Luft wird kälter
Und du fiehlst, dass du bald sterbst
Dann is Herbst.

Naja - ist zwar nicht Rilke, dafür aber: kurz!
In diesem Sinne - und noch ein Selbstgedichtetes aus dem "Herbst des Lebens" hinterher:
Einst hieß ich auch "der Listenreiche"
heut meist nur noch "die Pistenleiche".

Freitag, 19. September 2008

Das klingt aber wirklich lecker: ein Rezept für Huhn Biryani, wie ich es eben bei Axel Hacke im SZ-Magazin (38/2008, S.46) wiedergegeben vorfand:
Safran und Milch in einer kleinen Schüssel und Hitze des Mähdreschers für 30 Sekunden auf HÖHE. Verlassen Sie, um hineinzugießen. Waschen Sie den Reis bis das Wasser läuft klar und verläßt zum Abfluß. Heizen Sie einen brünierenden Teller anordnungsgemäß des Herstellers. Wenn heiß, schmelzen Sie die Butter und brünieren Sie die Zwiebeln für I Minute auf HÖHE. Addieren Sie die sultanas/golden Rosinen und die Mandeln und das Braun 2 Minuten auf HÖHE. Fügen Sie den Koriander, der Ingwer und der Zimt und der Koch für 1 Minute auf HÖHE hinzu. Kombinieren Sie Reis mit den Zwiebeln, sultanas/golden Rosinen und würzt ina großen Kasserolleteller. Fügen Sie Huhn, Schnitt in kleine Stücke, Lorbeerblatt, Nelken und Kardamompflanzehülse hinzu. Gießen Sie über den Huhnvorrat, bedecken Sie und kochen Sie für 10 Minuten auf HÖHE. Kochen Sie Minuten eines zusätzliche Li auf MITTLEREM HOHEM oder 20 Minuten auf MITTEL. Fügen Sie die Erbsen dem Kasserolleteller hinzu und mischen Sie die Safranmilch mit rose Wasser, beim Verwenden. Nieseln Sie über der Oberseite des Reises und kochen Sie weitere 4-5 Minuten auf HÖHE. Verlassen Sie zum Standplatz für 5 Minuten, bevor Sie dienen. Schmücken Sie mit Korianderblättern, wenn Sie gewünscht werden.
Viel Spaß beim Nachkochen und Guten Appetit.